Veredelung

Veredeln – eine alte Kunst

  1. Ziel und Zweck des Veredelns
  1. Voraussetzungen und Vorarbeiten

a. Edelreiser

Als Edelreiser kommen einjährige (Blatt-) Triebe zur Verwendung, die kräftig gewachsen, gut belichtet und absolut krankheitsfrei sind; sog. „Wasserschosse“ oder älteres Holz mit Blütenknospen sollen nur im Ausnahmefall verwendet werden, wenn z.B. eine Notveredelung nach Sturmschaden durchgeführt werden muss.

Die Edelreiser für die Winter- und Frühjahrsveredelung werden in der Zeit völliger Saftruhe geschnitten, d.h. etwa von Anfang Dezember (Steinobst) bis Januar, z.T. auch bis Februar (Kernobst).

Die Reiser werden gebündelt mit Etiketten kühl, dunkel und feucht bis zum Gebrauch gelagert; das kann an der Nordseite des Hauses eingegraben, im Keller in feuchtem Sand oder im Kühlschrank bei ca. 2° (in einer Plastiktüte) geschehen.

Für die Sommerveredelung im Juli/August werden die Reiser erst kurz vor Gebrauch geschnitten, entblättert (Blattstiele stehen lassen!) und ev. kurzzeitig für maximal 1-3 Tage in feuchtes Papier eingewickelt.

 

  1. Unterlagen

Die Veredelungsunterlage, die die Wurzel des zukünftigen Obstbaumes bildet, nimmt entscheidenden Einfluß auf viele Eigenschaften des Baumes: Wuchsstärke, Fruchtansatz, Lebensdauer, Standfestigkeit, Fruchtgröße usw.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine große Anzahl verschiedenster Apfelunterlagen gezüchtet, und jährlich kommen neue hinzu. Das Spektrum reicht von Zwergwuchs induzierenden (M26, M9) über mittelstark wachsende (MM 106, M7) bis hin zu sehr stark wachsenden Unterlagen (Sämling), die in der nachfolgenden Grafik gegenüber gestellt sind.

Alle Unterlagen außer dem Sämling werden vegetativ vermehrt, d.h. durch „Abrisse“, indem Mutterpflanzen der Unterlage in Reihen aufgepflanzt und stark zurück geschnitten werden. Die entstehenden Austriebe werden nach und nach angehäufelt und bilden Wurzeln an der Basis. Im Herbst wird abgehäufelt und die bewurzelten Triebe werden aufgepflanzt oder gleich verwendet.

Damit sind alle Unterlagen eines Typs genetisch identisch und verhalten sich identisch in der Obstanlage.

Sämlinge hingegen werden aus Samen der Sorte „Graham‘s Jubiläum“ (Pundappel) oder „Bittenfelder Sämling“ gezogen, die hektarweise in Samenanlagen mit definierten Pollenspendersorten angebaut werden. Spezialisierte Baumschulen ziehen aus den Samen Sämlingsunterlagen, die als ein- oder zweijährige Bäume in den Handel kommen.

Diese Unterlagen sind zwar genetisch unterschiedlich, verhalten sich jedoch durch das eingegrenzte genetische Spektrum der Eltern sehr ähnlich, so dass Vorhersagen über Wuchsstärke, Ertragsverhalten und Standfestigkeit gut möglich sind.

Im Bereich der Birnenunterlagen stellt sich das Spektrum deutlich enger dar:

Als schwachwachsend kommen Quittenunterlagen in Frage, die jedoch nicht mit allen Birnensorten verträglich sind; darüber hinaus sind Quitten frost- und nässeempfindlicher und damit nicht für alle Standorte gleichermaßen geeignet.

Als mittelstark wachsend kommen in Frage die OHF-Klone (Old Home Farmingdale) sowie „Pixi“.

Am weitesten verbreitet ist noch immer der Sämling der „Kirchensaller Mostbirne“, der stark wachsend, standfest und reichtragend ist, zumindest auf zusagenden Standorten.

  1. Geeignete Veredelungspartner
  1. Die richtige Veredelungstechnik zum richtigen Zeitpunkt
  1. Verschiedene Techniken

 

  1. Winterhandveredelung

-Kopulation

-Anplatten

-Geißfuß

b. Frühjahrsveredelung

-Rindenpropfen

c. Sommerveredelung

-Okulation

-Chippen

6. Weiterbehandlung der jungen Veredelungen

7. Anzucht von

a. Buschbäumen und Spindeln

b. Halb- und Hochstämmen

8. Sonderformen und Mehrfachveredelungen